Samstag, 3. Februar 2018

"Für unerschrockene Leser"


eit mehr als 20 bis 30 Jahren sind fünf Bücher in meinem Buchregal heimisch, von denen ich etwas erzählen möchte. Sie sind klein, 9,5 x 15,5 cm, haben jeweils 158 Seiten und wiegen gerade einmal 150 Gramm und sind gebunden. es macht Freude, sie einfach nur anzusehen, denn man sieht ihnen an: hier wurde mit Liebe zum Buch gearbeitet.
Die Rede ist von einer fünfbändigen Serie "Für unerschrockene  Liebhaber von ..." 
des früheren Scherz-Verlages aus den 1980ern, die ein Teil der großen "Die kleine Bettlektüre"-Reihe war.
Namentlich sind  dies:
1. Kleine Bettlektüre mit den gruseligsten Gruselgeschichten
(1981, ausgewählt von Katharina Steiner)


2. Kleine Bettlektüre mit den schauerlichsten Schauergeschichten
(1999, ausgewählt von Ursula Gail (?))






















3. Kleine Bettlektüre mit nachtschwarzen Vampirgeschichten
(1982, ausgewählt von Ursula Gail)






















4. Kleine Bettlektüre mit den horribelsten Horrorgschichten
(1985, ausgewählt von Ursula Gail)



















5. Kleine Bettlektüre mit grabeskühlen Gespenstergeschichten
(1999, ausgewählt von Ursula Gail)







Bei den  Bänden 2 und 5  ist das Erscheinungsdatum vermutlich von diversen Anbietern willkürlich auf 1999 gesetzt, denn im Copyright sind generell keine Jahreszahlen angegeben. Sie dürften eigentlich  ebenfalls aus den 1980ern sein. Für die anderen Bände  habe ich das Datum herausfinden können.
Auch ohne den Schutzumschlag sehen die Bücher schön aus, aber gerade die herrlich detailreichen Umschlagbilder sind das absolute Hinguckerchen. 

Die Reihe der kleinen Bettlektüren begann 1955 mit "Kleine Bettlektüre für unverzagte Ostpreußen) und endete, mittlerweile war  Scherz Bestandteil des Fischerverlages, 2006 mit "Kleine Bettlektüre für den findigen Schützen".
Es gab in dieser als  Geschenkbücher konzipierten Serie weitere  Kategorien: Für Menschen mit Liebhabereien, Aufmerksamkeiten und herzliches Dankeschön, Treffliche Breviere für große Literatur- und Musikliebhaber, Herzliche Aufmerksamkeiten, Für die Freunde von Land und Landschaft sowie Bücher zu Sternkreiszeichen.
Es ist ja klar, daß ich das "treffliche Brevier" über Goethe besitze. 
Der tödliche Tulpenstrauß
Der Gestalter der Umschlagbilder hieß Heinz Looser. neben Illustrationen für diverse Bücher übersetzte er als einer der Ersten beispielsweise die Krimis von Agatha Christie.

Auffällig auf seinen gestalteten Schutzumschlag in der Serie "für unerschrockene Leser" ist die immer wieder kehrende einzelne Tulpe sowie ein Tulpenstrauß.  Besonders auf dem Buchrücken ist die Tulpe stets dabei.

Symbolisch steht sie für Vergänglichkeit und Tod, aber auch für Wiederauferstehung. Ein dargereichter und ans Bett gestellte Tulpenstrauß soll den Tod einladen; die Seele des Schläfers wird direkt zu Gott gebracht.  Die Eigenschaften sind ihr in dieser Zeit zugesprochen worden. Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts, genauer gesagt: 1554,  ist sie bekannt, aus der Türkei mitgebracht.  Ihr Name ist persisch und bdeutet "Turban" (Tulipan). Im Islam ist die Tulpe mehr mit Freude und Glück assoziiert, deswegen gibt es diese unterschiedlichen Symboliken.
Looser hat die Tulpe als Einzelstück und als Strauß perfekt eingefügt.


 Auf den linken Bildern sieht man die Bedeutung anschaulich zur Geltung gebracht:

Das Skelett mit der Tulpe, das die dem lebenden Menschen die Seele nahm.
Die welkende Tulpe am Sarg,
der von einem Geist überbrachte Tulpenstrauß.


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