Montag, 1. August 2016

Mit Miseln gekittert

in kleines, schmales Taschenbuch nur, mit 96 Seiten und ein paar Illustrationen, signiert vom Autor. Klein und schmal und denoch sehr kostbar ins einem Inhalt, denn hier werden 13 Frauen aus Goethes Leben  ans Licht geholt, die kaum einer kennt.  13 von 44 (!), mit denen Goethe mehr oder weniger etwas hatte, er verliebte sich offensichtlich recht schnell, leider auch während seiner Ehe mit Christiane. Offenkundig ging er auch mit seiner Sekretärin, der "schönen Juveline" Caroline Urlich im Arbeitszimmer fremd.
Richard Mede machte sich die Mühe, soviel wie möglich über die Frauen herauszufinden, was etwa bei dem Kirmesmädchen oder "Goethes Gretchen"  nciht möglich war, sie werden für immer  im Dunkel der Geschichte bleiben; Frauen wie so viele in der Masse, die nur durch die Bekanntschaft mit Goethe etwas herausragen.. "Mit Miseln gekittert (bedeutet: "Mit Mädchen geflirtet") ist ein Muß für das Goethebuchregal. Das Fazit des Buches ist: Goethe war für eine tiefere Liebe nicht fähig, ja, fürchtete sich davor.



Goethes Diener


ieder einmal gab es eine Vorfreude auf ein Buch über Goethe, die sich  späterhin ausgezahlt hat. Der Band 17/1965 der Reihe "Beiträge Zur Deutschen Klassik" ist kaum noch zu einem günstigen Preis erhältlich. Die Einleitung beinhaltet auch seine Auseinandersetzungen mit dem Personal, wie die bekannte Episode mit einer renitenten Köchin, geht aber weit mehr in die Tiefe als andere Abhandlungen, die solche Begebenheiten nur streifen. Der Abbildungsteil ist recht mager: nur ein Portrait und ansonsten Faksimiles von Handschriften. Der Autor hat  neben den Dienstjahren bei Goethe selbst auch das weitere Leben der Diener geschildert. Ihr weiterer Lebensweg ist sehr unterschiedlich, manch einer stirbt vermögend, manch einer verarmt, wieder einer Nervenheilanstalt. "Goethes Diener" ist auf jeden Fall interessant für alle, die sich für  die gesellschaftlichen Verhältnisse der Jahre um 1800 interessieren.