Montag, 16. Dezember 2013

Black facing vs. Jim Knopf

s ist schon erstaunlich, was für Haare in der Suppe Menschen finden können, wenn sie nur lange genug suchen. Markus Lanz  hat einen Aufruf an alle Augsburger gemacht, sich als Jim Knopf zu verkleiden - prompt kommt jemand und meint, darin Rassismus erkennen zu wollen.
Anne Wizorek, die Vorreiterin dieser Empörung, macht zwar in Sachen Frauenrechte und Mißbrauch gegen Frauen gute Arbeit, doch hier übertreibt sie mit ihrem Gutmenschentum und hat sich im Grunde reichlich blamiert.

Focus-Artikel
Die Kommentare sind dazu interessant und treffen vielfach den Nagel auf den Kopf.

Ich frage mich, ob sie Jim Knopf eigentlich kennt? Wenn diesem Rassismusdebattenwahn nicht Einhalt geboten wird, was wird noch folgen? Keine Sternsinger mehr, keine Theaterstücke mehr, die Schwarze  als Figuren beinhalten ( Otello etwa ist jedem bekannt), wird Karneval dröge und reizlos? werden Bücher auf "schlimme Wörter" weiter durchforstet und verstümmelt?

Was ist mit Leuten los, die  aus harmlosen Aktionen ohne rassistischen Hintergrund Rassismus machen? sind sie selber rassistisch eignestellt, wenn sie anderen Böses unterstellen? Fehlt ihnen die Leichtigkeit des Seins?

Ich stelle mir manchmal vor, wie entsetzlich grau, einheitlich und borniert die deutsche Gesellschaft wäre, hätte Hitler den Krieg gewonnen - nun stelle ich fest, so wird es gerade, nur anders als gedacht.
Die Schuschachtelarchitektur heutiger Architekten wäre eine Freude für Adolfen und Speer gewesen, Bücher (und auch Filme)werden zwar nicht mehr verbrannt, aber zensiert; vereinfacht betrachtet, erscheint der Deutsche im eigenen Land mit einem Makel behaftet zu sein, man muß aufpassen was man sagt, sonst wird man entweder in die linke oder rechte Ecke gesteckt, ein Dazwischen scheint es  nicht mehr zu geben.

Was ist eigentlich z. B. mit der Lokomotive von Lukas? Hier wird übelste Umweltverschmutzung dargestellt mit all dem Qualm und Rauch noch dazu verniedlicht! Kann diese Lokomotive nicht durch eine elektronisch angetriebenen Straßenbahn ersetzt werden, die ihren Strom über ein süßes Windrädchen auf dem Berg von Lummerland bezieht?




Kommentare:

  1. Es ist nicht zu fassen und es wird immer schlimmer. Was da noch folgen wird, kann ich Dir nicht sagen, aber der Einfallsreichtum mancher Menschen ist unbegrenzt. Vermutlich wird da noch einiges auf uns zukommen.

    Viele Grüße
    Nachtfalke

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    1. Tatsächlichen Rassisssmus aufdecken ist ja das eine, solchen aber krampfhaft hineinterpretieren das andere. Wie sehr solche unbegründeten Unterstellungen eigentlich mehr schaden statt aufzurütteln, wird diesen Leuten leider nicht bewußt.

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  2. Ich bin mir auch nicht sicher, ob man es als Rassismus bezeichnen sollte, auch wenn in diesem Fall die Mehrheit weiß und die Minderheit schwarz ist.
    Hier in den USA werden solche Fälle ‚cultural appropriation‘ genannt und umfassen sehr viel mehr Fälle, in denen die Mehrheit einen Aspekt der Minderheit aus dem Zusammenhang reißt, z.B. wenn Leute religiöse Symbole zweckentfremden oder Kommerzialisieren z.B. Fleischpizza wird nach indischen, vegetarischen Göttern benannt, Models tragen indianischen Häuptlingsschmuck, Gebetstücher werden als Strandrock verwendet.
    All das ist natürlich erlaubt, es verletzt aber auch die Gefühle vieler Leute und sie möchten daher lieber, daß dieses Entnehmen aus einer anderen Kultur einen lernenden/bereichernden Zweck hat und nicht nur dem Konsum, der Unterhaltung dient.

    Wenn ich die Debatte hier in diesem Fall richtig verstanden habe, so waren die Menschen geschockt davon, daß die schwarzen Mitbürger überhaupt nicht erwähnt wurden, stattdessen wurde gesagt, daß die Leute (und damit wird der schwarzen Minderheit gezeigt: Es wird natürlich angenommen, daß entweder alle Zuschauer weiß sind, bzw. daß es unmöglich wäre 25 schwarze Menschen (Deutsche) in Augsburg zu finden) sich mit Schuhcreme oder Kohle das Gesicht schwärzen sollten.
    Ich denke, es hätte keinem geschadet, wenn man alle Menschen mit einbezogen hätte statt nur der weißen Mehrheit, bzw. sich eher auf Kleidung und Mütze konzentriert hätte um Jim darzustellen.

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