Donnerstag, 6. Juni 2013

Kleine Gräben stechen plötzlich hervor

Ansonsten herrscht hier Leere ...
eben den großen Tragödien, die derzeit durch die Medien bekannt werden, gibt es auch eine Unmenge kleinere dieser Art. Bäche und Rinnsale, die gewöhnlich kaum oder gar nicht auffallen, weil sie so unscheinbar die Landschaft durchziehen und sich nicht gerade spektakulär geben, führen nun randvoll Wasser, oft genug können sie die braune Brühe nicht halten und aus einem simplen Trockengraben werden zwei, drei braune Streifen, die alles in ihrer direkten Umgebung fluten.
Wie wichtig das Vorhandensein und die Pflege solcher Gräben ist, kann man diese Tage wieder erkennen. Leider werden die schmalen, normalerweise wenig Wasserreichen Bäche und Gräben meistens unterschätzt.  Am Rande der berühmten Flüße treten nun auch Bäche  aus ihrem Bett, von denen man es nicht wirklich glauben mag.
Tiere können einfach mal weiterziehen und sich an einem anderen Platz niederlassen, doch der Mensch mit seinem Besitz- und Geldsystem kann es nicht so ohne weiteres. Was hier  an Werten verlorengeht, das den Ruin bedeuten kann - man mag gar nicht daran denken.
Neben den vielen Helfern, die freimütig anderen unter die Arme greifen, zupacken und mitretten, gibt es auch leider die Landplage der Gaffer, die eher behindern und durch ihre unverhohlene Neugier den betroffenen Menschen  eine Last, ein Ärgernis bedeuten. Daß man sich am Leid anderer ergötzt und das ganze als eine Art Freilichttheater betrachtet, liegt wohl ebenso  in der Natur des Menschen wie beherztes Eingreifen. Daß die einen helfen, die anderen gaffen, den Unterschied erfährt man ja auch  bei Unfällen, Diebstählen, oder wenn ein Mensch auf offener Straße zusammenbricht.

Trockengraben in einem Grund direkt neben der Autobahn

1 Kommentar:

  1. Ich entsinne mich, daß bei mir im Dorf früher viele Felder noch Entwässerunggräben hatten und diese regelmäßig erneuert wurden. Heutzutage haben die Bauern häufig ihre Felder bis ganz nahe an die Straßen herangezogen, ohne Graben und Hecken... die Folgen sind weniger Vögel können dort nisten, auf manchen Feldern stehen immer Teile unter Wasser und auch der Wind hat leichteres Spiel Ackerboden davonzutragen... offenbar brauchen die Leute manchmal Katastrophen um wieder vernünftig denken zu können und nicht nur den Profit zu sehen, den man mit einem halben Meter mehr Boden hier und dort garantiert einstreichen kann...
    Ich denke die Katastrophe in diesem Jahr hat auch gezeigt, wenn man super Deiche am Oberlauf eines Flusses baut, dann heißt das eben einfach nur, daß der Unterlauf die höchsten nie dagewesenen Wasserhöhen erreicht... logisch, denn nachwievor fehlen die echten Ausgleichsflächen an den Flüssen.
    Und ich glaube, ich wäre auch Gaffer samt Kamera, vielleicht würde ich versuchen eine einfache Hilfstätigkeit zu finden und Würstchen grillen oder so, doch mit meinem beschädigten Rücken tauge ich nicht zum Sandsäcke schleppen oder füllen :) LG Thea

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